Folge 2 von 5 · 26. August 2026
Warum entschuldige ich mich ständig?
Meistens steckt dahinter keine Höflichkeit, sondern ein alter Reflex.
Der Film zur Folge · ohne Ton








Acht Karten · zum Blättern wischen
„Warum entschuldige ich mich eigentlich ständig?" Diese Frage kommt oft, wenn jemand anfängt, sich selbst zuzuhören.
Entschuldigung, wenn dich jemand anrempelt. Entschuldigung, wenn du eine Frage hast. Entschuldigung, wenn du im Weg stehst, obwohl du gar nicht im Weg stehst. Entschuldigung dafür, Platz einzunehmen. Es ist oft nur ein einziges Wort, und es fällt so schnell, dass du es selbst kaum hörst.
Wer das an sich bemerkt, denkt meistens zuerst: Warum mache ich mich so klein?
Ich glaube, in den seltensten Fällen ist es Höflichkeit. Höflichkeit ist eine Entscheidung, sie kommt mit einer kleinen Pause davor. Das hier kommt ohne Pause. Es ist ein Reflex, und Reflexe sind erlernt.
Viele haben früh gelernt, dass es ruhiger bleibt, wenn sie zuerst nachgeben. Dass ein schnelles Entschuldigung einen Streit gar nicht erst entstehen lässt. Dass es sich lohnt, klein zu bleiben, weil dann niemand laut wird. Das war damals keine Schwäche, das war eine gute Lösung. Ein Wort, das einmal Frieden gemacht hat, sagt sich später ganz von allein.
Du musst es dir nicht verbieten. Ich halte wenig davon, sich ein Wort abzugewöhnen, solange der Grund darunter unangetastet bleibt. Es reicht, wenn du merkst, wann du es sagst. Und wofür. Meistens verschwindet es dann von selbst, an den Stellen, wo es nicht mehr gebraucht wird.
Das ist Teil zwei einer kleinen Reihe über Verhalten, das einmal einen guten Grund hatte.
Du musst dich nicht dafür entschuldigen, dass es dich gibt.
Herzlich, Diana
Bildnachweis: Die Grundlage aller Filme und Bilder sind eigene Fotos von Roman Thomas, die mit Herzblut und KI modifiziert wurden.