Einzelner Beitrag · 14. Oktober 2026

Warum ich mich für systemisches Coaching entschieden habe

Etwas persönlicher als sonst. Warum genau dieser Weg zu mir passt und kein anderer.

Ein aufgeschlagenes Notizbuch neben einer Espressotasse, darauf das Wort Haltung in blauer Handschrift.

Ich habe lange in einer Arbeitswelt gearbeitet, in der Leistung zählt. Zahlen, Tempo, Verantwortung. Ich mochte das mehr, als ich damals zugegeben hätte. Und ich habe in dieser Zeit etwas gesehen, das ich nicht mehr losgeworden bin.

Es waren fast nie die Unfähigen, die irgendwann nicht mehr konnten. Es waren die Zuverlässigen. Die, die alles auffangen, die früh merken, wenn es jemandem schlecht geht, die nie nein sagen. Von außen sah das nach persönlicher Schwäche aus. Von innen war es eine Rolle, in die jemand hineingewachsen war, weil sie gebraucht wurde.

Als ich mich für eine Ausbildung entschieden habe, habe ich mir mehrere Richtungen angesehen. Vieles davon war klug gemacht. Trotzdem kam ich immer wieder an denselben Punkt: Da saß eine Fachperson, die etwas besser wusste als der Mensch vor ihr. Ich habe mir das ausgemalt, mich selbst in diesem Stuhl, und es hat sich falsch angefühlt.

Beim systemischen Ansatz war es umgekehrt. Da wurde nicht gefragt, was mit jemandem nicht stimmt, sondern in welchem Zusammenhang dieses Verhalten Sinn ergibt. Plötzlich war das, was ich jahrelang beobachtet hatte, keine Ansammlung von Einzelfällen mehr, sondern hatte eine Ordnung.

Drei Dinge haben mich überzeugt und sie sind bis heute mein Maßstab.

Das erste ist das Selbstverständnis. Systemisch zu arbeiten heißt, sich selbst zurückzunehmen. Ich bin nicht die Antwort im Raum. Ich bin die, die den Raum offen hält. Das ist deutlich anstrengender, als es klingt, und es passt zu mir.

Das zweite ist die Milde. Der systemische Blick kennt keine schlechten Menschen mit schlechten Mustern. Er kennt Verhalten, das irgendwann einmal richtig war. Diese Milde ist keine Nachsicht und kein Weichzeichner. Sie ist meiner Erfahrung nach die einzige Haltung, aus der heraus sich wirklich etwas ändert. Solange jemand sich für kaputt hält, verteidigt er sich. Erst wenn er sich versteht, kann er wählen.

Das dritte ist die Selbstwirksamkeit. Ich will nicht, dass jemand nach zehn Sitzungen von mir abhängig ist. Ich will, dass jemand irgendwann sagt: Diese Frage stelle ich mir jetzt selbst. Ein gutes Coaching macht sich überflüssig, und das finde ich einen schönen Berufsauftrag.

Wenn ich heute jemandem in einem Satz sagen soll, warum es dieser Weg geworden ist, dann sage ich das hier: Ich wollte niemanden verbessern. Ich wollte zuhören, bis jemand sich selbst versteht.

Ich wollte niemanden verbessern. Ich wollte zuhören, bis jemand sich selbst versteht.

Herzlich, Diana

Bildnachweis: Die Grundlage aller Filme und Bilder sind eigene Fotos von Roman Thomas, die mit Herzblut und KI modifiziert wurden. EU-Label AI MODIFIED

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